
Nicht wenige
pilgerten mit Kind, Kegel und Kühltasche zum Kloster
Kamp.
Inmitten des Kleinods barocker Gartenkunst entstanden
private Inseln
für den stilvollen Genuss eines musikalisch-visuellen
Feuerwerks - der dritten Kamper Nacht.
Weiße
Tischdecken auf Gartentischen, edle Kerzenleuchter,
Prosecco oder Chianti,
dazu Antipasti und Brot. Ein perfektes Ambiente für das
Konzertprogramm
der "Italienischen Nacht".
Datenübertragung ca. 30
MB - DSL Flatrate empfohlen
Quelle:
http://www.is-feuerwerk.de
Zur Einstimmung
begeisterten Schülerinnen und Schüler der Musikschule
Kamp-Lintfort
meisterhaft mit hervorragendem Können. Mit den Worten
"Sie gehören zu den 2000 Auserwählten"
leitete der Bürgermeister Dr. Christoph Landscheidt zum
weiteren Musikgenuss über.
"Für das wunderschöne Wetter können Sie sich morgen
in der Klosterkapelle bedanken", der erste Mann der
Stadt scherzend.
Nach dem Dank an Lintforter Unternehmen - das Topevent
trägt sich
aus Eintrittsgeldern und Sponsoring - gehörte die 10 mal
12 Meter große Bühne,
die den Kreis um den mittleren Brunnen im unteren
Bereich des Terrassengartens schloss,
einem der größten Klangkörper der Republik. Die Musiker
der Recklinghauser
Neuen Philharmonie Westfalen musizierten bereits mit
Superstar Anna Netrebko.
Für den Neuen der Spielzeit, Generalmusikdirektor,
Mathias Förster war es
eine Premiere mit seinem neuen Orchester. Mit Witz und
Humor führte der
Mecklenburger, der mit 23 bereits Chefdirigent des
Brandenburger Theaters war,
durchs Programm. Ihm als bekennenden Opernfan zum Dank,
gab es,
auch für Klassiklaien ansprechende Highlights
italienischer Oper. Aber auch
ungewohnte Stücke und weniger Bekanntes wurden
ausgegraben und neu interpretiert.
Den Auftakt
machten die Klänge zu Verdis Gefangenenchor aus der
Ouvertüre des Nabucco. Es folgte eine Arie aus der
weltweit meist gespielten Oper.
La Boheme, ein Meisterwerk des jungen Puccini. Gesungen
von der armenischen
Sopranistin Hrachuhi Bassenz, die die "Mimi" am
Gelsenkirchener Musiktheater interpretiert.
Ein sicher und gefühlsintensiv geführter Sopran mit
Schmelz. Mit dem wunderbaren Tenor
Felipe Rojas Velozo stand ein weiterer hoffnungsvoller
Jungstar auf der Kamper Bühne.

Große
Leidenschaft und Hingabe beim anschließenden Duett. Vor
der Pause dann noch mal
viel Gefühl und dramatisch Lautes bei den "Variazioni
une larme" des
chineschen Wahl-Amsterdamer Trey Lee. Vor der Pause "ein
brutales Stück mit
vielen hundert Toten", so Förster, das selten gespielte
Verdi'sche "I vespri siciliani".
Es täte ihm leid, dass er stören müsse, wandte sich
Förster nach der Pause
ans klönende Publikum. Ein "Ausrutscher" im
Opern-Programm, das Violoncello-Konzert,
2. Satz, von Dvorak. Lee fing als Unternehmensberater
an, so Förster anekdotenhaft.
"Damit sie beim Kaffeekränzchen was zu berichten haben",
so der Kapellmeister schmunzelnd.
Schunkellaune
beim folgenden Stimmungsheber. Vorweg ein kleines Quiz
für die
"über dreißigjährigen Anwesenden" vor der 70er-Version
Tschaikowskis "Capriccio Italien".
Ein hundertfaches "Bianca" im Chor. "Tschaikowsky hörte
den Ohrwurm 1973, komponierte
seine Version und wurde weltberühmt", so der Kapellchef
mit Comedy-Ader. Stehende Ovationen
nach brillantem Spiel. Zu den Klängen der Tempelszene
von Verdis Aida war es dann soweit.
Das musiksynchrone Feuerwerksspektakel explodierte
kosmisch schön über den Kamper Terrassen.
Nach Vorbild der Benrathschen Schlossfeste, aber
ebenbürtig tauchte Kamp in sphärische Lichter.
Leuchtkugelsäulenfächer, Sonnenräder, Wasserfälle und
Multiflash-Illuminaton. Nicht von dieser Welt...
"Wie drei Wochen Urlaub", eine Besucherin begeistert